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Topinambur- Helianthus tuberosus

………Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her, unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Scheibt Rilke im Herbsttag, und wir feiern die Ernte und hoffen mit der Topinambur auf Wärme und Heimat, auch wenn die Blätter treiben.

Genau zur Erntezeit blüht endlich die kleine Sonnenblume, wie immer wächst zur rechten Zeit, das recht Kraut!!!

Topinambur - Helianthus tuberosus.

Sie kommt ursprünglich aus Mittelamerika, und ist in den Gärten Mitteleuropas heimisch, kaum ein Bauerngarten ohne Topinambur. Inzwischen kommt sie auch schon verwildert vor.
Ihre vielen Namen weisen auf ihre Anwendung und Wirksamkeit hin. Erdartischocke, Erdschocke, Erdsonnenblume, Erdtrüffel, Borbel, Ewigkeitskartoffel, Indianerknolle, Knollensonnenblume, Rosskartoffel, Schnapskartoffel und viele mehr.
Sie ist vor allem wärmend und stärkend, unterdrückt das Hungergefühl, regt die Verdauung an und senkt den Cholesterinspiegel.
Lang ist sie einfach nur in die Höhe gewachsen. Bis zu 4 Meter hoch kann sie werden und zeigt mit ihrer Größe ihre große Heilkraft.
Topinambur galt früher als Armeleuteessen und ist inzwischen aufgrund ihrer vielen gesundheitsfördernder Wirkungen bekannt. An ihren Wurzeln werden essbare Knollen gebildet. Da diese nicht sehr gut gelagert werden können, ist es am besten sie gleich nach dem Ernten zu essen. Sie werden wie Pellkartoffeln in Wasser gekocht. Geerntet wird jetzt im Herbst und dann, je nach Schneelage, den ganzen Winter hindurch, bis ins Frühjahr hinein.
Die kleine Sonnenblume schützt die Heimat, sie wächst gerne entlang von Gartenzäunen.

Jetzt im Herbst suchen Mensch und Tier ein Zuhause. Die große Frage nach der eigenen Heimat stellt sich jetzt. Wer oder was beheimatet mich?

Mit Topinambur geht die Sonne im Leben auf, sie nährt und wärmt. Sie macht zufrieden und glücklich, mit allem was ist. Topinambur hat diese ganz herbstliche Qualität der Dankbarkeit. Sie lässt ruhig sehen was war, was ist und was noch kommen mag. „Und es ist gut so“ – ist ihre Aussage. Sie hilft bei Heimatverlust, bei ganz schweren Erkrankungen und Angst vor dem Sterben. Ein unerschütterliches Leuchten geht von ihr aus.

Leber und Galle werden durchblutet und alles, was jemals über die Leber gelaufen ist weggestrahlt. Sie wärmt den unteren Rücken, nach dem vielen Ernten und Bücken kann der Rücken sehr belastet sein. Sie durchwärmt den Unterleib, macht glücklich und satt in den Lustorganen. Es geht nicht mehr um das Drängen des Frühlings, Topinambur hat eine ganz ruhige, gelassene, tiefe, feste Kraft. Sie hilft bei allen Ernteproblemen, wie Rückenschmerzen, Erschöpfung und Enttäuschung wenn es nicht so geworden ist, wie es sollte. Sie hilft die Ernte anzunehmen, wie auch immer sie ausfällt und dennoch das Fest feiern.

Von der Topinambur kommt die Kraft um über die Schwelle, zum Herbst hin zu gehen.

Man kocht die Knollen frisch in Wasser und isst sie mit Butter, Käse und Wein. Das ist ein Festmahl!

Topinambur ist ein ausgesprochen heilsames Gemüse, sie zu essen ist ein Fest der Wärme, der Liebe, der Güte und des sich erfüllenden Lebens.

Topinambur benötigt nicht sehr viel Pflege, anfangs etwas jäten, danach überwuchert und verdrängt sie das Beikraut, kommt jedes Jahr wieder und vermehrt sich kräftig. Sie braucht ihre Höhe, wird sie gekürzt, entwickeln sich weniger Knollen.

Die Topinambur- Knollen enthalten sehr viele Vitamine, Mineralstoffe Spurenelemente, Enzyme und essenzielle Aminosäuren und Inulin. Dieser Ballaststoff regt die Verdauung an, senkt den Cholesterinspiegel, sorgt für eine gesunde Darmflora.

Menschen, die Topinambur in ihre Ernährung einbauen, empfinden weniger Stress und verbessern das Allgemeinbefinden, weil Leber, Nieren, Darm und Herz besser funktionieren.

Auch Schnaps wird schon seit Ende des 19. Jahrhunderts aus Topinambur gebrannt. In manchen Gegenden wird dieser mit Blutwurz angesetzt, dieser „Rote Rossler“ hilft bei Magenverstimmung, Durchfall und nach einer zu ausgiebigen Mahlzeit. Und ist die ideale Verbindung zweier ausgezeichneter Helfer in den Herbst.

 

Alles Liebe euch – Katharina Waibel